Vermessungstechnik

Die Aufgaben der Vermessung in der Archäologie
Die Ingenieurvermessung und der Bereich der Messbildkartierung bieten durch moderne Geräte, Computer und digitale Technologien neue Einsatzbereiche in der Archäologie an.
Die Aufnahme von Befunden sowie großflächige Surveys mit Kartierung der aufgefundenen Artefakte werden seit langem mit verschiedenen Vermessungsgeräten durchgeführt. In den letzten Jahren hat sich die Erfassung der Messdaten mittels GPS-Systemen als sehr effektiv und zeitsparend erwiesen. Dabei wird zwischen unterschiedlichen Anforderungen im Bereich der Vermessung unterschieden.

 

Die DGPS Systeme erreichen Genauigkeiten bis zu einem Meter; die hochpräzisen Real-Time-Kinematik GPS-Systeme hingegen durch die Lösung von Mehrdeutigkeiten Ergebnisse im Millimeter-Bereich. In der Archäologie kommt es neben der schnellen und exakten Aufnahme selbst kompliziertester Details auch auf die exakte Höhenvermessung an. Systembedingt sind DGPS Systeme für die Höhenbestimmung nur zur groben Orientierung geeignet. Bei den hochgenauen Systemen liegen die Ungenauigkeiten der Z-Koordinate (Höhe) im geringen Bereich. Die Baumeister aus der römischen Zeit zeigen uns mit Gefällestrecken im Promille-Bereich, wie exakt Wasserleitungssysteme bereits damals geplant wurden. Um nach nahezu 2000 Jahren nun Trassen und Ableitungen wiederzufinden, werden Systeme benötigt, mit denen die moderne Archäologie einzelne Bruchstücke zu einem Ganzen zusammenfügen kann.
Aus dem Bereich der Restaurierung/Instandhaltung stammt eine andere moderne Methode der Erfassung von Objekten. Ursprünglich entwickelt, um Fassaden zu vermessen bzw. Setzungen an Bauwerken zu erfassen, eröffnen sich Einsatzgebiete im Bereich der Grabungsschnitte oder der Erstellung von Lageplänen. Nahezu lotrecht über den Grabungsbereichen aufgenommene Fotos, die anschließend über Passpunkte entzerrt werden (Beispiel vom Tell Zera´a 2003), eröffnen die Möglichkeit, mit hoher Genauigkeit die notwendigen Lageskizzen der Grabungsschnitte in digitaler Form herzustellen.

 

 
Das Grabungshaus von Umm Qais und die hellenistisch-römische Stadtmauer.


Digitale Fotografie hat zudem noch den Vorteil der sofortigen Verifizier- und Bearbeitbarkeit. Im Herbst 2003 wurden unter Verknüpfung beider Methoden photogrammetrische Verfahren zur Lageplanerstellung erprobt. An anschaulichen Beispielen, werden die Bedeutung und das Potential dieser Methoden dargestellt und technische Details erläutert.

(Text: Jens Kleb )