Ergebnisse geophysikalischer Arbeit in Olympia (Griechenland)

In der Zeit vom 8. bis 13. August 2001 arbeitete eine Gruppe von Archäologen und Naturwissenschaftlern aus Wuppertal und Stuttgart auf Einladung von Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Helmut Kyrieleis in Olympia. Die Gruppe bestand aus folgenden Mitgliedern:
Florian Bauch (Student, Klassische Archäologie, Freiburg), Jens Eichner (Assistent, Biblische Archäologie, Wuppertal), Ute Koprivc (Vermesserin, Wuppertal), Patrick Leiverkus (Mathematiker, Wuppertal), Dieter Vieweger (Theologe/Archäologe, Wuppertal), Erhard Wielandt (Geophysiker, Stuttgart) und Ute Wielandt (Studentin, Ur- und Frühgeschichte, Freiburg).
Für diese Untersuchungen standen folgende Geräte zur Verfügung:
- ein Widerstandsmessgerät zur Kartierung (LGM 4-Point Light mC) mit Rahmen (wahlweise 50cm und 100cm Auslage)
- ein Widerstandstomograph (Geolog 2000)
- ein Magnetometer (GEM GSM-19 Overhauser Magnetometer).


Zwei der vier dort erkundeten Arbeitsschwerpunkte seien hier herausgegriffen:
a) Erkundung des Verlaufs der Uferbefestigung des Kladeos
Das Westufer des Kladeos war in der Antike gegen Abschwemmung durch eine Mauer geschützt, die an einigen Stellen noch bzw. wieder sichtbar ist und während einer Ausgrabung des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin näher erkundet wurde. Wir legten zwei tomographische Profile quer zum vermuteten Verlauf der Uferbefestigung an. Die Messreihen wurden aus topographischen Gegebenheiten mit 49 bzw. 50 Elektroden ausgeführt. Die Elektroden hatten je einen Abstand von einem Meter.
Die geoelektrischen Messungen wurden sowohl mit der Schlumberger- als auch der Wenner-Anordnung durchgeführt und erbrachten vergleichbare Ergebnisse. Ein tomographischer Schnitt sei hier dargestellt:
Damit deuten die Ergebnisse unserer Untersuchungen auf die gesuchte Uferbefestigung hin. Allerdings könnten sich bei unserer Messung noch zusätzlich die an dieser Mauer möglicherweise angeschwemmten Ablagerungen abbilden. Die Lage der Uferbefestigung entspricht dem durch die DAI-Grabung vermuteten Verlauf.
b) Spuren menschlicher Eingriffe in der Altis
In der Altis wurde ein Raster von tomographischen Schnitten angelegt. Der Elektrodenabstand der 25 bis 96 verwendeten Elektroden pro Messanordnung variierte zwischen 0,50 m und 2 m.
Die in den diversen Schnitten gemessenen Anomalien sind aufgrund ihrer Formung und ihrer Lage sicher nicht als architektonische Baustrukturen zu interpretieren - vielmehr handelt es sich um geologische Strukturen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die ausgemessenen Strukturen als solche Flussablagerungen zu deuten.

Die dreidimensionale Darstellungen zeigt nicht nur deutlich die Richtung der vom Kladeos bewirkte Ablagerungsschichten, sondern auch deren gewaltige Stärke. Die beiden 'Eckbereiche' im Südwesten und im Nordwesten (im Bild vorn links und vorn rechts!) deuten auf menschliche Eingriffe hin. Danach war zu suchen ... und selbstverständlich hier können einzelne weitere geophysikalische Untersuchungen klarere Erkenntnisse liefern.